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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Leverkusen

Geotechnik mit regionalem Urteilsvermögen.

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Bei einer Baugrunduntersuchung in der Nähe des Chemparks stand der Bohrmeister vor einem typischen Leverkusener Problem: Der sandige Kies der Niederterrasse wechselte abrupt zu fast undurchlässigem Schluff. Ohne eine belastbare In-situ-Durchlässigkeit kann die Versickerungsplanung schnell zum Ratespiel werden. Genau deshalb setzen wir in Leverkusen auf den Lefranc-Versuch für Lockergesteine und den Lugeon-Test, sobald der Fels unter dem Rheinschotter ansteht. Die Stadt mit ihren rund 165.000 Einwohnern hat eine bewegte Industriegeschichte, die den Untergrund lokal stark verändert hat – Auffüllungen, alte Kanäle und verdichtete Sande sind hier keine Seltenheit. Ein Schürfgruben-Aufschluss hilft oft, die Schichtgrenzen vorab zu erkennen, bevor wir die eigentlichen Durchlässigkeitsstufen im Bohrloch messen.

Ein einzelner kf-Wert ohne Berücksichtigung der Schichtanisotropie kann in der Rheinebene zu einer Unterdimensionierung um Faktor 10 führen.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Das Klima am Rhein prägt die Bodenmechanik in Leverkusen stärker, als man denkt. Langanhaltende Herbstniederschläge und die hohe Luftfeuchtigkeit im engen Flusstal sorgen für einen schwankenden Grundwasserspiegel, der die Sickerrate direkt beeinflusst. Unsere Feldversuche berücksichtigen diese Dynamik, indem wir den Test in der kritischsten gesättigten Zone durchführen. Ob nun der Lefranc-Versuch mit konstanter oder fallender Druckhöhe bei rolligen Böden der Rheinterrasse oder der Lugeon-Test im anstehenden devonischen Schiefer bei Opladen – jede Methode liefert den kf-Wert, den die Versickerungsanlage später wirklich verkraften muss. Bei heterogenem Untergrund kombinieren wir die Durchlässigkeitsmessung gern mit einer Korngrößenanalyse, um die Messwerte statistisch abzusichern und so die Dimensionierung der Rigolen nach DWA-A 138 belastbar zu machen.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Leverkusen
Technische Referenz — Leverkusen

Lokale Besonderheiten

Leverkusens rasantes Wachstum während des Wirtschaftswunders hat tiefe Spuren im Boden hinterlassen. Wo heute Wohnquartiere wie Steinbüchel oder Schlebusch stehen, wurde früher Kies abgebaut oder das Gelände mit Fremdmaterial modelliert. Das Risiko: Ungünstig eingelagerte Auffüllungen mit Bauschutt können die Durchlässigkeit lokal so stark erhöhen, dass eingeleitetes Regenwasser unkontrolliert alte Hohlräume füllt oder Schadstoffe mobilisiert. Ein zu optimistisch angenommener kf-Wert aus Tabellenwerken führt hier schnell zu Vernässungsschäden am Nachbargebäude oder zu Setzungen im Straßenkörper. Der Lefranc-Versuch direkt im Bohrloch schaltet diese Unsicherheit aus, weil er die horizontale und vertikale Durchlässigkeit genau dort misst, wo später die Versickerungsanlage liegt. Gerade bei Bauvorhaben im Einflussbereich des Grundwasserstroms zum Rhein hin ist das unverzichtbar.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 22282-2:2012 (Geotechnische Erkundung – Feldversuche – Teil 2: Versickerungsversuche), DIN 18130-1 (Wasserdurchlässigkeit – Teil 1: Laborversuche), DWA-A 138 (Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser)

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Verfahren LockergesteinLefranc (konstante / fallende Druckhöhe)
Verfahren FelsLugeon (5 Druckstufen)
NormgrundlageDIN EN ISO 22282-2:2012
Erfassungsbereich kf10⁻² bis 10⁻⁸ m/s
Bohrdurchmesser76 – 146 mm
Packertyp FelsEinfach- oder Doppelpacker
AuswerteverfahrenHvorslev, USBR, Moye

Häufige Fragen

Wann brauche ich in Leverkusen einen Lefranc- statt eines Laborversuchs?

Sobald der Boden grobkörnig ist oder Auffüllungen enthält. Die Rheinschotter in Leverkusen lassen sich kaum ungestört beproben – ein Laborwert an einer gestörten Probe unterschätzt die Durchlässigkeit oft dramatisch. Der Feldversuch misst die echte Sickerleistung im natürlichen Kornverband und berücksichtigt die Schichtanisotropie.

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc oder Lugeon?

Für einen Lefranc-Versuch im Lockergestein liegen die Kosten je nach Bohrtiefe und Aufwand zwischen €520 und €750. Ein Lugeon-Test im Fels mit Packer beginnt bei etwa €800 und kann bei großen Tiefen bis zu €950 betragen. Genaue Zahlen hängen von der Anzahl der Testhorizonte und dem Bohrgerät ab.

Welche Genehmigungsbehörde in Leverkusen verlangt den kf-Wert?

Die Untere Wasserbehörde der Stadt Leverkusen fordert für Versickerungsanlagen einen nach DWA-A 138 ermittelten Durchlässigkeitsbeiwert. Meist muss der Wert im Feld gemessen sein, damit die wasserrechtliche Erlaubnis erteilt wird.

Wie tief muss das Bohrloch für den Versuch sein?

Das hängt vom geplanten Sickerhorizont ab. In der Regel testen wir 1 bis 2 Meter unterhalb der geplanten Rigolensohle. In Leverkusen liegen die relevanten Tiefen meist zwischen 3 und 8 Metern, bis der gut durchlässige Rheinkies erreicht ist.

Kann der Lugeon-Test das Gebirge aufreißen?

Ja, und genau das soll er in kontrollierter Weise. Wir fahren fünf Druckstufen und messen die Rückbildung. So erkennen wir, ob das Gebirge bei höherem Druck aufreißt oder sich zusetzt – ein entscheidender Hinweis für die zulässige Infiltrationsrate.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Leverkusen und seinem Großraum.

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