Bei einer Baugrunduntersuchung in der Nähe des Chemparks stand der Bohrmeister vor einem typischen Leverkusener Problem: Der sandige Kies der Niederterrasse wechselte abrupt zu fast undurchlässigem Schluff. Ohne eine belastbare In-situ-Durchlässigkeit kann die Versickerungsplanung schnell zum Ratespiel werden. Genau deshalb setzen wir in Leverkusen auf den Lefranc-Versuch für Lockergesteine und den Lugeon-Test, sobald der Fels unter dem Rheinschotter ansteht. Die Stadt mit ihren rund 165.000 Einwohnern hat eine bewegte Industriegeschichte, die den Untergrund lokal stark verändert hat – Auffüllungen, alte Kanäle und verdichtete Sande sind hier keine Seltenheit. Ein Schürfgruben-Aufschluss hilft oft, die Schichtgrenzen vorab zu erkennen, bevor wir die eigentlichen Durchlässigkeitsstufen im Bohrloch messen.
Ein einzelner kf-Wert ohne Berücksichtigung der Schichtanisotropie kann in der Rheinebene zu einer Unterdimensionierung um Faktor 10 führen.
