Die geotechnische Besonderheit Leverkusens liegt im direkten Übergang der rheinischen Niederterrasse zu den lössbedeckten Mittelterrassen des Bergischen Lands. Auf engstem Raum wechseln hier tragfähige Terrassenkiese mit weichen Auelehmen und bindigen Geschiebemergeln – ein Untergrund, der für jede Böschung eine individuelle Standsicherheitsbetrachtung erzwingt. Die Höhendifferenz zwischen der Rheinaue und den Siedlungsflächen von Opladen oder Schlebusch beträgt stellenweise über 40 Meter, was bei ungünstiger Schichtlagerung kritische Gleitflächen begünstigt. Unsere Böschungsstabilitätsanalyse kombiniert deshalb die klassische Lamellenmethode nach Bishop mit der Finite-Elemente-Modellierung, um wirklichkeitsnahe Sicherheitsfaktoren zu ermitteln. Für Baugruben am Rheinbogen ziehen wir ergänzend die Ergebnisse der Korngrößenanalyse heran, weil der Feinkornanteil die wirksame Kohäsion maßgeblich steuert, und bei Einschnitten im Geschiebemergel der Oberkreide bewerten wir die Verwitterungszone mit Hilfe des Triaxialversuchs zur Bestimmung der Restscherfestigkeit.
Eine rechnerische Ausnutzung des Eurocode 7 von 95 % ist kein Restrisiko, sondern ein präzise kontrollierter Zustand – vorausgesetzt, die Eingangsparameter stammen aus standortgerechter Laboranalytik.
