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Atterberg-Grenzen in Leverkusen: Plastizität bindiger Böden präzise bestimmen

Geotechnik mit regionalem Urteilsvermögen.

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Die DIN 18122 ist in Leverkusen mehr als eine Labornorm – sie ist der Schlüssel zum Verständnis der örtlichen Auenlehme und Hochflutablagerungen. Auf den Niederterrassen des Rheins, wo der Grundwasserspiegel im Bereich von Opladen und Wiesdorf oft nur wenige Meter unter Gelände liegt, entscheiden die Atterberg-Grenzen über die Tragfähigkeit jeder Gründung. Ein Baugrund, der bei Wasserzutritt vom halbfesten in einen weichplastischen Zustand übergeht, kann Setzungen verursachen, die weit über die Prognosen der Korngrößenanalyse hinausgehen. Unser Labor untersucht die Fließ- und Ausrollgrenze nach genormten Verfahren, um genau diese Risiken für Bauvorhaben in der 163.000-Einwohner-Stadt zu quantifizieren. Das Ergebnis ist eine belastbare Klassifikation der bindigen Horizonte, die in Leverkusen oft unter einer geringmächtigen Auffüllung anstehen.

Die Plastizitätszahl eines Leverkusener Auenlehms kann saisonal um 15 Prozentpunkte schwanken – wir ermitteln den kritischsten Wert.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Die klimatische Situation Leverkusens mit rund 800 mm Jahresniederschlag und die Lage in der Kölner Bucht führen zu einer jahreszeitlich stark schwankenden Wassersättigung der oberflächennahen Tone und Schluffe. Während ein Boden im Sommer nach DIN 18122-1 als ausgeprägt plastisch eingestuft wird, kann derselbe Boden im Winter nach ergiebigen Regenfällen kriechfähig werden. Die Atterberg-Grenzen machen dieses Verhalten vorhersagbar. Wir ermitteln die Fließgrenze mit dem Gerät nach Casagrande und die Ausrollgrenze manuell auf der Glasplatte – ein Verfahren, das Erfahrung und eine ruhige Hand erfordert. Aus beiden Werten leiten wir die Plastizitätszahl ab und ordnen den Boden in das Plastizitätsdiagramm nach DIN EN ISO 14688-2 ein. Diese Kennwerte sind essenziell, um in der Planung die richtigen Maßnahmen gegen Schrumpfen und Quellen zu treffen, besonders bei unterkellerten Gebäuden im Stadtgebiet.
Atterberg-Grenzen in Leverkusen: Plastizität bindiger Böden präzise bestimmen
Technische Referenz — Leverkusen

Lokale Besonderheiten

Die Rheinterrassenkiese unterhalb Leverkusens sind als Baugrund hervorragend, doch die darüber lagernden Auenlehmschichten mit Mächtigkeiten von zwei bis sechs Metern bergen ein spezifisches Risiko: eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Konsistenzverlusten bei Wasserzutritt. Ein Boden mit einer Fließgrenze von 45 % und einer Ausrollgrenze von 18 % besitzt eine Plastizitätszahl von 27 und liegt im Bereich der ausgeprägt plastischen Tone. Solche Horizonte neigen bei ungeschützten Baugruben in Schlebusch oder Rheindorf zu Stabilitätsverlusten, sobald Niederschlagswasser oder eine nahe Rheinhochwasserphase die natürliche Konsistenz verändert. Ohne eine präzise Bestimmung der Atterberg-Grenzen wird die Dimensionierung von Böschungswinkeln oder Verbaukonstruktionen zu einem Glücksspiel. Die gewonnenen Kennwerte fließen direkt in die Wahl des Aufschlussverfahrens und die Festlegung der zulässigen Bodenpressung ein.

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Geltende Normen

DIN 18122-1:2020-12, DIN EN ISO 14688-2:2018-05, DIN 18196, DIN EN ISO 17892-12

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN 18122-1:2020-12
Fließgrenze (wL)Schlagzahlverfahren nach Casagrande
Ausrollgrenze (wP)Manuelles Ausrollen (3 mm Ø)
Plastizitätszahl (IP)wL – wP (%)
Konsistenzzahl (IC)(wL – w) / IP
Probenmengeca. 200 g Feinanteil < 0,4 mm
KlassifikationDIN EN ISO 14688-2 (Plastizitätsdiagramm)

Häufige Fragen

Warum sind die Atterberg-Grenzen für Bauprojekte in Leverkusen so entscheidend?

Die bindigen Böden der Rheinaue, die in Leverkusen weit verbreitet sind, reagieren extrem empfindlich auf Wassergehaltsänderungen. Die Atterberg-Grenzen definieren genau jene Wassergehalte, bei denen der Boden vom halbfesten in den plastischen oder flüssigen Zustand übergeht. Diese Information ist für die Standsicherheit von Baugruben, die Setzungsprognose und die Eignung des Aushubmaterials zum Wiedereinbau unverzichtbar.

Was kostet die Bestimmung der Atterberg-Grenzen im Labor?

Für die normgerechte Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN 18122 liegen die Kosten typischerweise zwischen 60 € und 90 € pro Probe, abhängig vom Aufbereitungsaufwand. Wir erstellen ein individuelles Angebot, das auf die Probenanzahl und den gewünschten Untersuchungsumfang abgestimmt ist.

Welche Probenmenge wird für die Untersuchung benötigt?

Für eine zuverlässige Bestimmung der Atterberg-Grenzen benötigen wir etwa 200 Gramm des Feinanteils mit einer Korngröße unter 0,4 mm. Das entspricht in der Regel einer gestörten Bodenprobe von etwa 500 bis 1000 Gramm aus dem relevanten Tiefenbereich, die aus einer Schürfgrube oder einer SPT-Bohrung stammen kann.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Leverkusen und seinem Großraum.

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