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Bemessung flexibler Fahrbahnen in Leverkusen – Tragfähigkeit für Verkehr und Industrie

Geotechnik mit regionalem Urteilsvermögen.

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Die Zufahrt zum neuen Logistikzentrum im Chempark Leverkusen war erst wenige Monate alt, als sich die ersten Spurrinnen zeigten. Der Bauherr hatte die Verkehrslast unterschätzt – täglich rollen hier über 800 Lkw, viele im Schwerlastverkehr mit Achslasten jenseits der 11,5 Tonnen. In unserer Arbeit für die Bemessung flexibler Fahrbahnen in Leverkusen beginnt die Planung genau an diesem Punkt: Welche Verkehrsbelastung tritt real auf, wie reagiert der anstehende Untergrund, und welche Asphaltpakete halten über 20 oder gar 30 Jahre? Die rheinischen Terrassenkiese und -sande unter Leverkusen liefern oft gute Tragfähigkeit, doch die Auelehm-Linsen in Rhein- und Dhünn-Nähe bringen weiche, setzungsempfindliche Zonen mit. Eine solide Dimensionierung nach den RStO-Richtlinien koppeln wir daher immer mit einer standortscharfen Untersuchung. Wer in Leverkusen baut, profitiert von einem Untergrund, der bei richtiger Ansprache wirtschaftliche Aufbauten erlaubt – und bei falscher Einschätzung teure Schäden produziert. Die CBR-Versuche im Labor und die begleitende Korngrößenanalyse zeigen uns früh, ob die Frostempfindlichkeitsklasse F2 oder gar F3 greift und welcher Verstärkungsfaktor für die Tragschicht nötig wird.

Eine Fahrbahn in Leverkusen ist kein Standardprodukt – sie ist eine Ingenieurlösung, die lokale Böden, reale Verkehrslasten und 30 Jahre Nutzung zusammenrechnet.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Leverkusen wuchs ab 1930 mit der I.G.-Farben-Siedlung und später dem Bayer-Werk rasant – ein Industrieausbau, der das Straßennetz bis heute prägt. Viele Trassen wurden auf ursprünglichen Feldwegen oder Auenböden trassiert, ohne dass eine durchgehende Standardisierung der Unterbauverdichtung existierte. Bei der heutigen Bemessung flexibler Fahrbahnen bedeutet das: Wir treffen auf historisch gewachsene Schichten, die oft ungleichmäßig verdichtet sind. Der Asphaltaufbau muss diese Heterogenität ausgleichen. Die RStO 12 gibt dafür mit den Belastungsklassen Bk100 bis Bk0.3 ein bewährtes Gerüst vor. In Leverkusen dominieren Bk32 und Bk10 – Hauptverkehrsstraßen wie die B8, Zubringer zur A1 und Industriestraßen im Chempark. Entscheidend ist die Kopplung von Asphalttrag-, Binder- und Deckschicht mit einer frostsicheren Gesamtdicke, die in der Region bei mindestens 55 bis 70 cm liegt. Der Ev2-Wert auf Planum wird bei uns nie pauschal angenommen, sondern über Plattendruckversuche nach DIN 18134 verifiziert. Für hochbelastete Knotenpunkte empfehlen wir zudem den Einbau einer Asphaltbase AC 32 TS, die Spurrinnenbildung bei stehendem Schwerverkehr vor Ampeln drastisch reduziert. Die Rütteldruckverdichtung im Unterbau hat sich bei den sandigen Terrassenkiesen bewährt, um Setzungsmulden unter dem späteren Asphaltpaket auszuschließen.
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Leverkusen – Tragfähigkeit für Verkehr und Industrie
Technische Referenz — Leverkusen

Lokale Besonderheiten

Ein häufiger Fehler, den wir in Leverkusen beobachten, ist die Übernahme von Standardaufbauten aus der Rheinschiene ohne Prüfung der lokalen Frostempfindlichkeit. Gerade in der Nähe der Dhünn oder kleiner Auebäche steht das Grundwasser oft saisonal nur 80 bis 120 cm unter Gelände. Wird hier eine Fahrbahn mit zu geringer Frostdicke ausgeführt, entstehen nach dem ersten strengen Winter Eislinsen im Unterbau, die im Frühjahr als tiefe Setzungstrichter aufbrechen. Die Folge sind Rissbildungen quer zur Fahrtrichtung, die sich binnen zwei Jahren zu flächigen Netzen ausweiten. Ein weiteres Risiko liegt im Verzicht auf eine Asphaltbasis mit ausreichendem Hohlraumgehalt: Bei Schwerverkehr auf der B8 oder den Chempark-Zufahrten verdichtet der Verkehr den Asphalt nach, die Spurrinnen vertiefen sich, und Wasser steht auf der Fahrbahn – Aquaplaning wird zum Sicherheitsrisiko. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen muss diese Lastkollektive rechnerisch abbilden, sonst entstehen Schäden, deren Sanierung das Drei- bis Vierfache der ursprünglichen Mehrkosten für eine robuste Dimensionierung beträgt.

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Geltende Normen

RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), RDO Asphalt 09 (Richtlinien für die rechnerische Dimensionierung des Oberbaus), ZTV Asphalt-StB 07/13 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen), DIN EN 13108 (Asphaltmischgut – Mischgutanforderungen), DIN 18134 (Plattendruckversuch – Verformungsmodul Ev2), TL Asphalt-StB 07 (Technische Lieferbedingungen für Asphaltmischgut)

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Bemessungsverkehrsstärke (DTV-SV)Ermittlung aus Verkehrszählung oder Hochrechnung nach RStO
Belastungsklasse nach RStO 12Bk100 bis Bk0.3 (Schwerlast: Bk32–Bk100)
FrostempfindlichkeitsklasseF1 (Kies) bis F3 (Auelehm, Schluff) – prüfpflichtig
Mindestdicke frostsicherer Oberbau55–70 cm je nach Frosteinwirkungszone II und Untergrund
CBR-Wert Untergrund/Unterbau≥15% (Unterbau) / ≥5–10% (Untergrund) – Laborversuch nach DIN EN 13286-47
Ev2-Wert Planum≥45 MPa (Regelfall) – Plattendruckversuch DIN 18134
Asphaltbasis (Tragschicht)AC 32 TS oder AC 22 TS – je nach Bk-Klasse und Ermüdungsnachweis
Lebensdaueransatz20–30 Jahre Nutzungsdauer nach RDO Asphalt 09

Häufige Fragen

Was kostet die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn in Leverkusen?

Die Kosten für unsere Planungsleistung zur Bemessung flexibler Fahrbahnen in Leverkusen liegen je nach Umfang zwischen €1.470 und €5.390. Der Preis hängt davon ab, ob nur die rechnerische Dimensionierung nach RDO Asphalt benötigt wird oder ob zusätzlich Baugrunduntersuchungen mit Bohrungen und CBR-Versuchen erforderlich sind. Ein reiner Dimensionierungsauftrag für eine kurze Erschließungsstraße liegt im unteren Bereich; die vollständige Planung inklusive Frostbemessung, Materialkonzept und Qualitätssicherung für eine Hauptverkehrsstraße im Chempark liegt im oberen Bereich.

Welche Belastungsklasse brauche ich für eine Industriestraße im Chempark?

Für die Werksstraßen im Chempark Leverkusen mit täglichem Schwerlastverkehr von über 800 Lkw dimensionieren wir in der Regel nach Belastungsklasse Bk100 oder Bk32, abhängig von der Achslastverteilung. Entscheidend ist nicht nur die Anzahl der Lkw, sondern auch die Art der Belastung – stehender Verkehr an Verladerampen erzeugt andere Spannungen als fließender Verkehr. Wir ermitteln den äquivalenten 10-Tonnen-Achsdurchgang (B-Zahl) und legen danach die Asphaltdicke fest, meist zwischen 22 und 34 cm Asphalttragschicht plus Binder- und Deckschicht.

Muss ich in Leverkusen immer eine Frostschutzschicht einbauen?

Ja, in Frosteinwirkungszone II, in der Leverkusen liegt, ist eine frostsichere Bauweise zwingend. Die Gesamtdicke des frostsicheren Oberbaus – also Asphaltpaket plus Frostschutzschicht – muss je nach Boden mindestens 55 bis 70 cm betragen. Bei frostempfindlichen Böden der Klasse F3, wie sie in der Dhünnaue vorkommen, kann die erforderliche Dicke noch höher sein. Wir weisen das im Einzelfall über die Kornverteilung und den CBR-Wert nach, bevor die Bauausführung beginnt.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Leverkusen und seinem Großraum.

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