In einem Projekt an der Dhünn, nahe der Mündung in den Rhein, standen wir kürzlich vor einem klassischen Leverkusener Bild: unter fünf Metern Auenlehm folgten locker gelagerte Sande, die erst in knapp 18 Metern Tiefe auf den tragfähigen Kieshorizont trafen. Der Bauherr plante ein sechsgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus – hier war schnell klar, dass eine Flachgründung ausscheidet. Genau an diesem Punkt setzt die Pfahlgründungsbemessung an: Sie übersetzt die Baugrunddaten in ein belastbares Pfahlkonzept, das Setzungen minimiert und die Bauwerkslasten sicher in tiefere, tragfähige Schichten ableitet. In Leverkusen, wo die quartären Sedimente des Rheintals den Baugrund prägen, kombinieren wir dazu die Ergebnisse aus SPT-Bohrungen mit den bodenmechanischen Kennwerten aus unserem Labor. Nur so lässt sich die Mantelreibung und der Spitzendruck wirklich standortspezifisch ermitteln – pauschale Annahmen aus der Literatur reichen hier selten aus.
In Leverkusen entscheidet oft der Abstand zur Rheinterrasse, ob ein Pfahl auf Mantelreibung oder Spitzendruck bemessen werden muss.
