Die DIN EN ISO 22476-3 mit dem ergänzenden nationalen Anhang für Deutschland verlangt bei Baugrunderkundungen in Lockergesteinen belastbare Kennwerte – gerade in einer Stadt wie Leverkusen, wo die geologischen Verhältnisse zwischen Rheinterrassen, Auenlehm und tertiären Sanden auf engstem Raum wechseln. Der Standard Penetration Test liefert hier die notwendige Datengrundlage, um Setzungen und Grundbruchsicherheit realistisch zu beurteilen. In Leverkusen mit seinen rund 165.000 Einwohnern und der industriellen Prägung durch den Chemiepark stehen wir häufig vor der Aufgabe, auf relativ kleinen Baufeldern die Tragfähigkeit heterogener Kies-Sand-Wechselfolgen zu bewerten. Der SPT ist dabei kein Ersatz für eine umfassende Erkundung, sondern ein etablierter Indexversuch, der in Kombination mit gestörten und ungestörten Proben ein konsistentes Baugrundmodell ermöglicht. Für Tiefgründungen im Bereich der Wupper-Niederung oder entlang der A3 lassen sich so die maßgebenden Reibungswinkel abschnittsweise eingrenzen, bevor man in die detaillierte Bemessung nach EC 7-1 einsteigt. Wir setzen dabei auf automatische Fallgewichtssysteme mit konstanter Energieabgabe, um die Vergleichbarkeit der Schlagzahlen über verschiedene Teufen und Bohrzeitpunkte hinweg sicherzustellen – das ist in urbanen Gebieten mit jahrzehntelanger Bebauungsgeschichte entscheidend, weil anthropogene Auffüllungen jede Prognose erschweren können.
Die N60-Zahl aus dem SPT ist kein Absolutwert, sondern ein Index – erst die Kombination mit Sieblinie und geologischem Modell macht sie in Leverkusen baupraktisch belastbar.
